Rasbora-Aquaristik
aktualisiert am 15.3.2010
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Zuchtanleitung für den japanischen Wasserfloh (Moina macrocopa)

francais 

Im Gegenteil zum einheimischen Wasserfloh, sind die Moinas wesentlich leichter daheim zu pflegen und zu vermehren . Sie sind relativ temperaturunempfindlich, vertragen Werte bis dreissig Grad, mit einem Optimum um 25 C°.

Da Moinas bedeutend kleiner sind als die anderen Wasserfloharten (1-2 mm ), eignen sie sich besonders gut zur Aufzucht junger und kleiner Fische und sind somit ein guter Artemia salina Ersatz. Fische, die regelmäßig mit Moina gefüttert werden neigen nicht so sehr zum „dicklich werden“, wie das bei einer einseitigen Fütterung mit Artemia der Fall ist. Dies ist vor allem ein Problem kleiner Zwergfische, die nicht mit den üblichen Trockenfuttermitteln ernährt werden können. Im Gegensatz zum deutschen Wasserfloh werden Moina immer! gerne gefressen. Man kann auch auf Vorrat füttern, den die Flöhe halten sich problemlos im Aquarium, selbst bei pH-Werten knapp über 4.

Anders als die Daphnia bewegt sich der jap. Wasserfloh horizontal statt vertikal im Wasser umher.

Die Zucht

Die Aufzucht erfolgt in flachen Eimern oder Schalen, z.B. Eimer von Aquariendüngeboden, oder entsprechenden Haushaltsdosen mit ca. drei bis vier Litern Volumen.

Man sollte immer mehrere Ansätze parallel pflegen, damit man genügend Ausbeute und bei Absterben durch Überfütterung noch Reserven hat. Bei den Behältern kommt es auf eine große Oberfläche bei einem Wasserstand von max. 15 cm an. In zu großen Gefäßen „verlaufen“ sich die Populationen.

Gefüttert wird mit Trockenhefe, Liquyfry I, Preis Microplan oder Ähnlichem. Hier gilt lieber öfter wenig wie einmal zuviel.

Es gibt immer mal Zeiten mit fantastischer Vermehrung und Zeiten minimaler Vermehrung.

Ein Absterben einer Kultur liegt meist am Sauerstoffdefizit dem die Flöhe ausgesetzt werden. Dies kann durch mehrer Faktoren verursacht werden. Fast immer ist dies aber auf eine Überfütterung der Flöhe und somit auf eine explosionsartige Vermehrung von Bakterien zurückzuführen. Diese verbrauchen wiederum den ganzen Sauerstoff im Gefäß und die Flöhe sterben sehr schnell ab. Desweiteren führt eine Überhitzung des Zuchtwassers ebenso zu Sauerstoffmangel .Deshalb ist von einer Haltung der Moinas bei über 30 Grad dringend abzuraten.

Zum Licht

Ohne Licht ist die Zucht nicht sehr ergiebig. Ich halte meine Gefäße entweder auf der Fensterbank oder habe eine kleine Neonröhre darüber gehängt.

Zur Temperatur

Moinas vertragen Temperaturen von 0-30 Grad. Die höchste Zuchtausbeute erlangte ich jedoch immer bei 28 Grad .Nach meinen Erfahrungen bewirken Temperaturen unter 15 Grad ein enormes Einbremsen der Vermehrung und somit eine geringe Ausbeute. Im Winter halte ich die Flöhe auf der Heizung, was problemlos möglich ist. Hier muß auf die Verdunstung achtgegeben werden.

Zum Futter

Die jap. Wasserflöhe filtrieren ihr Futter stets aus dem Wasser. Sie ernähren sich von Bakterien und Schwebeteilchen und Algen. Das bedeutet zum einen das alles was eine Bakterienvermehrung auslöst sich als Futter eignet.

Zum einen ist dies die Fütterung mit Preis-Microplan. Dieses Futter ist eine fertige Mischung incl. Vitamine. Es eignet sich gerade am Anfang einer Kultur zum schnelleren Vermehren .Es befindet sich in einer Tube und kann dem Zuchtansatz in gezielter Tropfenform zugegeben werden.

Das Füttern von Hefe ist von allen die beste und kostengünstigste Methode. Die (vorzugsweise) Trockenhefe wird auf das Wasser aufgestreut. Nach wenigen Minuten sammeln sich in einem gut gehenden Ansatz wahre Trauben von Moina an der Oberfläche. Diese schöpft man mit einer kleinen Tasse ab und gießt sie durch ein Artemia- oder Tümpelfuttersieb mittlerer Maschenweite. Dabei fallen die ganz kleine Flöhe zurück in ihren Zuchtbehälter und das Wasser wird aufgewirbelt, wodurch sich die Hefe weiter verteilt und die Wasserbewegung auch in geringem Maß Sauerstoff einbringt. Das Wasser ist nach dem Füttern leicht trüb, der aufgewirbelte Mulm setzt sich bis zur nächsten Entnahme wieder ab. Eine leichte Trübung soll / muß (im Gegensatz zu Daphnia sp.) auch noch nach einem Tag sichtbar bestehen, d.h. die Moina müssen ständig im Futter "stehen".

Die Geschwindigkeit der einsetzenden Klärung durch die Moinas hängt natürlich von deren Anzahl ab. Ich persönlich füttere bei einer gut laufenden Zucht 2 mal täglich. Diese Menge hat sich bei mir als optimal erwiesen.

 

Zur Haltung und Pflege

Die Zucht läuft optimal, wenn sich die Flöhe die meiste Zeit an der Wasseroberfläche aufhalten und somit ein Sauerstoffdefizit anzeigen. Dieser Sauerstoffmangel ist für eine Massenzucht von Moina aber notwendig.

Am wichtigsten ist an dieser Stelle zu nennen ,dass die Moinas kein Frischwasser vertragen und meist sofort absterben. Deshalb ist es wichtig nur abgestandenes Wasser zu nutzen. Am besten wäre Aquarienwasser. Ein Wasserwechsel in den Behältern ist meist erst nach vielen Wochen notwendig. Ich reinige die Behälter wenn sich zuviel Mulm angesammelt hat. Dabei tausche ich nie alles Wasser auf einmal. In „dreckigem“ orangebraunem Wasser können sich gigantische Zuchten abspielen! Nur bei starker Geruchsentwicklung muß man schon mal korrigierend eingreifen. Im allgemeinen riechen die Kulturen nicht.

Die Behälter sollten nicht zu sehr geschrubbt werden, weil dann der Ansatz wieder länger braucht um zu seiner alten Stärke zurückzufinden. Wichtig ist das sie nach dem Neuansatz oder nach der Reinigung die Moinas sofort wieder leicht anfüttern und somit für ein trübes Milieu sorgen .

Um die Moinas zum Wasserwechsel aus dem Behälter zu entfernen, haben sich bei mir Artemia Siebe äußerst bewert. Da es diese auch noch in verschiedenen Größen gibt, ist ein Aussieben der einzelnen Flohgrößen kein Problem mehr.

Eine Heizung ist eigentlich nicht erforderlich ,es sei denn sie haben keinen Raum mit ausreichender Zuchttemperatur(ca. 25 C°) und benötigen aber eine hohe Ausbeute.

Im allgemeinen sind die Aufzuchtbehälter Dekorationsfrei. Einige Züchter haben auch sehr gute Erfahrungen mit wenigen Stengeln Hornkraut. Die Wasserqualität bleibt hier länger stabil. Dafür hängen einem die Stengel regelmäßig in der Entnahmetasse. Ein paar Algen werden sich immer nach kurzer Zeit an den Seitenwänden bilden. Diese sind nicht schlimm und dienen den Flöhen auch als Nahrung.

Abschließend ist zum japanischen Wasserfloh zu sagen ,dass er durch seine geringen Ansprüche an die Wasserqualität und die Toleranz gegenüber hohen Temperaturen zu einem idealen Lebendfuttertier in der Aquaristik gehört. Er wird immer gerne gefressen, hat tolle Vermehrungsraten und ist auch geeignet schwache und ausgemergelte Zwergfische wieder auf „Figur“ zu bringen.